Wenn die Temperaturen steigen, denken die meisten zuerst an den See oder die Berge. Dabei hat gerade jetzt eine österreichische Stadt ihren großen Auftritt: Wien im Sommer.

Die Gassen der Innenstadt liegen morgens noch im Schatten, die Bars am Donaukanal füllen sich erst gegen Abend, und wer die richtigen Ecken kennt, findet zwischen Kaiserzeit und Kaffeehaus erstaunlich viel Ruhe.

Ein Städtetrip im Sommer hat gegenüber dem Bergurlaub einen unterschätzten Vorteil. Du bist zu Fuß, mit dem Rad oder mit der U-Bahn in Minuten überall, ganz ohne Auto und ohne Parkplatzsuche. Weil Wien seit Jahren konsequent auf öffentlichen Verkehr, Radwege und Grünflächen setzt, lässt sich die Stadt im Sommer erstaunlich entspannt erkunden. In Wien beweisen die Umweltzeichen-Hotels, dass zertifizierte Häuser mitten in der Stadt liegen, Charakter haben und geprüfte Umweltstandards erfüllen können. Wir stellen dir sieben Häuser vor, vom Jugendstil-Haus auf der Mariahilfer Straße bis zum grünen Rückzugsort am Stadtrand, und verraten, welche Orte sich wirklich lohnen.

Nachhaltig unterwegs: So kommst du im Sommer durch Wien

Wien gehört zu den Städten, in denen ein eigenes Auto im Urlaub eher Last als Vorteil ist. Das dichte Netz der Wiener Linien (U-Bahn, Tram, Bus) bringt dich im Minutentakt ans Ziel, viele Umweltzeichen-Hotels liegen direkt an einer Haltestelle. Wer mit der Bahn aus einem anderen Bundesland oder aus Deutschland anreist, kommt oft ganz ohne Umstieg auf ein anderes Verkehrsmittel vom Hauptbahnhof zum Hotel.

Öffis: Einzelfahrten, 24/48/72-Stunden-Karten oder die Wien-Karte lohnen sich schon ab wenigen Fahrten pro Tag.
Leihräder: Das Citybike-System deckt die Innenstadt und angrenzende Bezirke gut ab, entlang von Donaukanal, Ringstraße und Donauinsel gibt es breite, sichere Radwege.
Zu Fuß: Viele Sehenswürdigkeiten der Inneren Stadt liegen in Gehdistanz zueinander. Ein gutes Paar Schuhe ersetzt oft jedes Verkehrsmittel.

Tipp aus der Praxis: Frag beim Check-in nach der nächstgelegenen Bim- oder U-Bahn-Station und nach Leihrad-Stationen in der Nähe. Die meisten Umweltzeichen-Hotels haben dazu eine kleine Karte an der Rezeption.

Cool bleiben in der Stadt: Hitze-Tipps für den Wien-Sommer

Regenbogen im Springbrunnen in Wien. Horizontaler Schuss

Steinstädte heizen sich im Sommer stärker auf als das Umland, umso wichtiger, die richtigen Rückzugsorte zu kennen. Wien hat über tausend öffentliche Trinkbrunnen, an denen du kostenlos deine Flasche auffüllen kannst. Schanigärten unter Kastanienbäumen, die Markthallen entlang des Naschmarkts oder klimatisierte Museen wie das Kunsthistorische Museum (das übrigens ebenso mit dem Umweltzeichen zertifiziert ist) bieten an heißen Nachmittagen angenehme Abkühlung. Für einen echten Sommertag am Wasser muss es nicht immer der Wörthersee sein. Die Alte Donau und die Donauinsel sind Wiens eigene Bade- und Liegewiesen mitten in der Stadt, mit der U-Bahn in wenigen Minuten erreichbar. Wer es ruhiger mag, findet in den Parkanlagen, vom Stadtpark bis zum Wienerwald am Stadtrand, schattige Alternativen.

Wien wie ein Local: Orte, die sich wirklich lohnen

frisches Bio-Gemüse, lokaler Markt. Ökologischer Lebensstil, nachhaltiges Essen, achtsamer Konsum, Bauernhof

Wenn die Sonne tiefer steht, erwacht der Donaukanal. Wer dabei ruhig sitzen und den Abend genießen will, ist im Strandbar Herrmann (1030 Wien, Herrmannpark) bestens aufgehoben: Sand unter den Füßen, Wasser vor Augen und das mit gutem Gewissen, denn der Strandbar Herrmann ist einer der wenigen Gastronomiebetriebe am Kanal mit dem Österreichischen Umweltzeichen.

Für Frühaufsteher lohnt sich ein Abstecher zum Karmelitermarkt im 2. Bezirk (Karmeliterplatz). Samstags kommen Bauern aus dem Umland, unter der Woche gibt es Kaffee und frische Semmeln an kleinen Ständen und man teilt sich den Platz fast ausschließlich mit Anwohnerinnen und Anwohnern. Wer noch weiter hinauswill, dem sei der Brunnenmarkt im 16. Bezirk empfohlen, der längste Straßenmarkt Österreichs. Frisches Gemüse, türkische Spezialitäten, faire Preise.

Beim Essen lohnt es sich, auf Betriebe zu setzen, die Qualität und Nachhaltigkeit ernst nehmen. Der Wiener Rathauskeller (Rathausplatz 1, 1. Bezirk) kocht klassische Wiener Küche in einem der eindrucksvollsten historischen Gewölbe der Stadt – mit Umweltzeichen. Wer etwas Leichteres sucht, findet im Salonplafond im MAK (Stubenring 5, 1. Bezirk) eine saisonale Küche in einem der schönsten Museumsräume Wiens; abends ist eine Reservierung ratsam. Und wer Wien von seiner historischen Seite erleben will, ist im Café & Restaurant im Kunsthistorischen Museum (Maria-Theresien-Platz, 1. Bezirk) richtig – Kaffee und Mittagessen unter dem beeindruckenden Kuppelsaal, ebenfalls mit Umweltzeichen. Alle drei zeigen, dass es keinen Widerspruch gibt zwischen gutem Essen, Geschichte und geprüfter Nachhaltigkeit.

Für einen freien Nachmittag fernab der großen Museen gibt es zwei Adressen, die kaum jemand kennt. Das Dritte-Mann-Museum im 4. Bezirk (Preßgasse 25) ist einem einzigen Film gewidmet und dabei erstaunlich umfangreich. Wer mag, bucht dazu eine der Führungen durch Wiens echtes Kanalnetz. Wer danach noch etwas trinken möchte, ist im CAFÉ LEOPOLD im MuseumsQuartier (Museumsplatz 1, 7. Bezirk) gut aufgehoben – das Café gehört zum Umweltzeichen-zertifizierten MQ-Betrieb und bleibt auch abends geöffnet.

Wer noch einen Schritt weiter in Richtung echter Wiener Abend gehen will, fährt hinaus nach Grinzing oder Neustift am Walde: Das Weingut Feuerwehr-Wagner (Grinzinger Straße 53, 19. Bezirk) und der Weinhof Zimmermann (Mitterwurzergasse 20, 17. Bezirk) stehen für offene Weine vom eigenen Gut, typische Brettljause und Gastgarten unter alten Bäumen – beide mit Umweltzeichen zertifiziert. Das ist Wien, wie es sich Wienerinnen und Wiener vorstellen, wenn sie an einen echten Sommerabend denken. Reservierung am Wochenende ratsam. Wer lieber in der Stadt bleibt und es etwas gehobener mag, ist im EssDur Restaurant im Konzerthaus (Lothringerstraße 20, 3. Bezirk) richtig – gute Küche, schönes Ambiente, ebenfalls mit Umweltzeichen.

Was kein Tourist verpassen sollte: Das Belvedere zeigt im Erdgeschoß Klimts "Der Kuss", und ja, er ist genauso beeindruckend wie auf jedem Poster. Wer die Schönheit ohne die Warteschlange will, kommt morgens und kauft das Ticket online. Das MQ-Areal ist ohnehin immer einen Abstecher wert, nicht nur wegen der Museen, sondern wegen der Dachterrassen, auf denen man nachmittags sitzt und auf die Dächer schaut. Und wenn du noch nie mit der Straßenbahn D an der Ringstraße entlanggefahren bist: Die Fahrt kostet einen einzigen Ticket und zeigt dir in 20 Minuten mehr Architektur als manche Stadttour.

Was ein Umweltzeichen-Stadthotel auszeichnet

Das Österreichische Umweltzeichen ist ein staatlich geprüftes Gütesiegel. Zertifizierte Stadthotels müssen ihren Energie- und Wasserverbrauch nachweislich senken, auf umweltfreundliche Reinigungsmittel setzen, Abfall trennen und bei Frühstück und Verpflegung auf regionale und biologische Produkte achten. Die Zertifizierung wird regelmäßig kontrolliert. Für dich als Gast bedeutet das ein gutes Gewissen, ohne auf Komfort, Design oder zentrale Lage zu verzichten.

Vier Häuser, vier Wien-Geschichten

The Harmonie Vienna – Ruhe im Servitenviertel

Terrasse vom Hotel Harmonie Vienna

© Hotel Harmonie Vienna

Nur wenige Gehminuten von der Ringstraße entfernt und doch spürbar abseits der Touristenströme liegt das 4-Sterne-Hotel The Harmonie Vienna in der Harmoniegasse im Servitenviertel, einem ruhigen Teil des 9. Bezirks Alsergrund. Statt Souvenirläden reihen sich hier kleine Boutiquen und Kaffeehäuser entlang der Servitengasse aneinander, und wer morgens zum Bäcker geht, teilt sich die Straße eher mit Nachbarn als mit Reisegruppen. Kulturinteressierte kommen hier auf ihre Kosten, ohne einen Fuß in die überlaufene Innenstadt setzen zu müssen. Das Sigmund-Freud-Museum in der Berggasse 19, Freuds ehemalige Wohn- und Ordinationsräume, liegt nur wenige Minuten entfernt, ebenso die barocke Servitenkirche und der jüdische Friedhof Rossau, der älteste erhaltene jüdische Friedhof Wiens, versteckt im Innenhof eines Pensionisten-Wohnhauses in der Seegasse. Das Haus folgt einer „Bewusst leben"-Philosophie. Das Frühstück setzt auf zertifizierte Bio-Produkte, für Allergiker gibt es ein eigenes, mit dem ECARF-Siegel ausgezeichnetes Angebot. Die nächste Bushaltestelle liegt rund 100 Meter entfernt. Und wer abends noch ein Glas trinken will: Das MAST Weinbistro (Porzellangasse 53), eines der besten Naturwein-Lokale der Stadt mit Michelin-Empfehlung, liegt buchstäblich ums Eck. Für wen geeignet: für alle, die City-Nähe wollen, abends aber lieber in einer stillen Gasse als vor einem Touristenlokal sitzen. Mehr Infos und Buchung über das Hotelprofil auf umweltzeichen-hotels.at.

Hotel Schani Salon – Jugendstil mitten auf der Mahü

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© Hotel Schani Salon

Die Mariahilfer Straße, von den Wienern liebevoll „Mahü" genannt, ist mit rund 1,8 Kilometern eine der belebtesten Einkaufsmeilen Wiens. Ausgerechnet hier, auf Nummer 58, liegt das Hotel Schani Salon, ein Ort, der sich selbst als ruhige Oase versteht. Von außen pulsiert das Leben, drinnen erinnern Formen und Farben an die Zeit der Wiener Moderne, inspiriert von Sigmund Freud, Otto Wagner, Gustav Klimt und Egon Schiele. Das MuseumsQuartier, eines der größten Kulturareale Europas, ist in wenigen Gehminuten erreichbar, der Naschmarkt mit seinen rund 120 fixen Marktständen liegt ähnlich nah. Die U3-Station Neubaugasse befindet sich direkt vor der Tür. Online-Check-in und digitaler Zimmerschlüssel ersetzen das Warten an der Rezeption. Die Zimmer liegen zur ruhigeren Seite und lassen den Trubel der Einkaufsstraße erstaunlich schnell hinter sich. Für wen geeignet: für Shopping- und Kulturfans, die zentral wohnen, sich abends aber zurückziehen wollen. Details und Zimmerkategorien findest du im Hotelprofil auf umweltzeichen-hotels.at.

Boutique Hotel Das Tigra – wo einst Mozart wohnte

Der Barbereich mit Kamin im Boutique Hotel das Tigra

© Boutique Hotel das Tigra

Wer wirklich mitten in der historischen Altstadt übernachten möchte, landet fast zwangsläufig am Tiefen Graben im 1. Bezirk, einer Straße, die entlang eines längst verrohrten Baches verläuft und im Mittelalter die Grenze der Wiener Stadtmauer markierte. Genau hier führt das Boutique Hotel Das Tigra seinen Betrieb. Der Überlieferung nach soll einst Mozart in diesem Gebäude gewohnt haben. Der Stephansdom ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar, ebenso der Graben mit der barocken Pestsäule und die Hofburg über den Kohlmarkt. Wer abends noch einen Spaziergang machen will, braucht dafür keine öffentlichen Verkehrsmittel, denn fast alle großen Sehenswürdigkeiten der Inneren Stadt liegen in Gehdistanz zueinander. Für Business-Reisende hält das Haus eine gut ausgestattete Meeting- und Konferenzinfrastruktur bereit. Für wen geeignet: für Erstbesucher:innen, die möglichst viel zu Fuß erkunden wollen, und für Geschäftsreisende mit Terminen in der Innenstadt. Zimmerpreise und Verfügbarkeit über das Hotelprofil auf umweltzeichen-hotels.at.

Am Spiegeln dialog.hotel.wien – grüne Ruhe am Stadtrand

© Am Spiegeln dialog.hotel.wien

Nicht jedes gute Wien-Hotel muss in der Innenstadt liegen. Am Spiegeln dialog.hotel.wien liegt in der Johann-Hörbiger-Gasse im 23. Bezirk Liesing, zwischen Wienerwald und Schloss Schönbrunn. Wer zentral übernachten will, ist hier falsch; wer Ruhe und Grün sucht, findet eine echte Alternative zum Betrieb rund ums Schloss. Die Nähe zum Wienerwald macht das Haus zum guten Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren direkt vor der Stadtgrenze. Mit dem Bus 60A bis Alterlaa, dann weiter mit der U6, ist man gut ans Netz der Wiener Linien angebunden. Seit 2014 als Green Hotel zertifiziert, versteht sich das Haus als Ort, an dem Gemeinschaft und soziale Verantwortung gepflegt werden. Das Team spricht Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Serbisch und Flämisch. Für wen geeignet: für Seminar- und Gruppenreisende, für alle, die eine ruhige, grüne Basis mit gutem Anschluss an Wienerwald und Schönbrunn suchen. Mehr dazu im Hotelprofil auf umweltzeichen-hotels.at.

Drei weitere Adressen für deinen Wien-Sommer

Urban Jungle Apartments (1020 Wien, Leopoldstadt):

Außenbereich im urban Jungle Apartments

© Agentur Sonder

Apartments mit vollausgestatteter Küche und dschungelgrünem Interieur, wenige Gehminuten von Praterstern und Augarten entfernt. Gut für längere Aufenthalte mit etwas mehr Platz. Details auf umweltzeichen-hotels.at. Hotel am Konzerthaus (1030 Wien, Landstraße): Direkt neben dem Wiener Konzerthaus und nur einen Spaziergang vom Stadtpark entfernt. Die richtige Adresse, wenn abends noch ein Konzert auf dem Programm steht. Details auf umweltzeichen-hotels.at. Hotel Schani UNO City (1220 Wien, Donaustadt): In der Nähe der UNO City, kurz zu Fuß von der Alten Donau. Wer die Bademöglichkeiten im Norden der Stadt nutzen will, ist hier gut aufgehoben. Details auf umweltzeichen-hotels.at.


Häufig gestellte Fragen zum Sommer-Städtetrip in Wien

Ist Wien im Sommer nicht zu heiß für einen Städtetrip? Die Innenstadt heizt sich an heißen Tagen deutlich auf, aber Wien hat viele kühle Rückzugsorte. Schattige Parks, über tausend Trinkbrunnen, klimatisierte Museen und Bademöglichkeiten an Alter Donau und Donauinsel machen den Unterschied. Wer Ausflüge in die Vormittags- und Abendstunden legt, kommt gut durch den Tag.

Wie komme ich in Wien am umweltfreundlichsten von A nach B? Mit den Wiener Linien (U-Bahn, Tram, Bus), zu Fuß oder mit dem Leihrad. Viele Umweltzeichen-Hotels liegen direkt an einer Haltestelle oder in Gehdistanz zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Wo kann man in Wien im Sommer schwimmen gehen? Alte Donau und Donauinsel sind die bekanntesten Anlaufstellen mitten in der Stadt, beide bequem mit der U-Bahn erreichbar.

Was unterscheidet ein Umweltzeichen-Hotel von einem gewöhnlichen Stadthotel? Umweltzeichen-Hotels erfüllen geprüfte Kriterien bei Energie- und Wasserverbrauch, Abfallmanagement sowie regionaler und biologischer Verpflegung. Die Zertifizierung wird regelmäßig kontrolliert.

Muss ich für ein Umweltzeichen-Hotel auf Komfort verzichten? Nein. Die vorgestellten Häuser reichen von historischem Boutique-Charme über Jugendstil-Design bis zu modernen Apartments.

Welche Bezirke lohnen sich abseits der Innenstadt? Das Servitenviertel im 9. Bezirk für Ruhe und Kultur, Leopoldstadt (2. Bezirk) für Prater-Nähe und Karmelitermarkt, Landstraße (3. Bezirk) für Musikfans und die Randbezirke Liesing und Donaustadt für alle, die es grüner mögen.

Wie weit im Voraus sollte ich buchen? Wien ist im Sommer stark nachgefragt, besonders rund um Konzert- und Festivaldaten. Vier bis acht Wochen im Voraus ist ein guter Richtwert, bei Events auch früher. Alle sieben Häuser findest du auf umweltzeichen-hotels.at.

Wien wartet

Wien ist im Sommer eine eigene Reise wert, ob du ein Jugendstil-Hotel suchst, ein Haus mit Geschichte oder eine ruhige Basis am Stadtrand. Alle Umweltzeichen-Hotels in Wien und ganz Österreich findest du auf umweltzeichen-hotels.at.