Greenwashing – 6 Strategien von Unternehmen und was ihr dagegen tun könnt

Ein grünes Image ist mittlerweile schon Voraussetzung, um überhaupt auf dem Markt bestehen zu können. Konsumentinnen und Konsumenten möchten auf die Umwelt achten – und Konzerne reagieren darauf. Nur leider nicht immer so, wie man es sich wünschen würde. So haben Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit zwar dafür gesorgt, dass sich viele Unternehmen mehr Gedanken um die Umwelt machen. Aber gleichzeitig haben auch viele Greenwashing für sich entdeckt – also nach außen hin Nachhaltigkeit vorzugeben, intern aber mit umweltschädlichen Aktivitäten weiterzumachen. Wir zeigen euch, mit welchen Tricks Unternehmen Greenwashing betreiben und geben Tipps, was wir alle dagegen tun können. 

TIPP: Hast du den Eindruck, dass ein beworbenes Produkt oder Unternehmen sich grüner darstellt, als es ist? Dann melde es dem VKI - Verein für Konsumentenschutz und lasse einen "Greenwashing-Check" durchführen. Hier gehts zum Formular.

Bei der letztjährigen 60-jährigen Jubiläumsfeier vom VKI, war das Thema Greenwashing ein großes Thema. Dazu haben wir auch ein passendes Video für dich mit im Gepäck.

6 beliebte Greenwashing Strategien 

1.Irreführende Labels 

Als umweltbewusste Konsument*innen lieben wir natürlich Labels. Ein schneller Blick auf die Website und schon weiß man, ob man einem Produkt vertrauen kann. Naja...meistens zumindest! Immer wieder gibt es nämlich auch Unternehmen, die eigene Labels kreieren oder Labels schlichtweg erfinden. Amazon hat beispielsweise das Meta-Siegel „Climate Pledge Friendly“ eingeführt, das verschiedene andere Siegel zusammenfasst und Produkte auf der Plattform als „nachhaltig“ zertifizieren soll. Das Problem: Die Auswahlkriterien für die Siegel sind nicht ganz klar. Unter dem Symbol von Climate Pledge Friendly (einer grünen Sanduhr mit Flügeln) wird neben dem Siegel der umstrittenen „Rainforest Alliance“ z. B. auch Amazons eigenes Gütesiegel „Compact by Design“ geführt, dessen Kriterien ebenfalls fragwürdig sind.  

2.Werbung mit Selbstverständlichkeiten 

Teilweise werben Unternehmen auch damit, dass sie Maßnahmen umsetzen, die ohnehin selbstverständlich oder sogar gesetzlich verpflichtend sind. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Unternehmen angeben, dass ihr Haarspray oder Kühlschrank „FCKW-frei“ ist. Das ist zwar wunderbar für die Umwelt, da die Freisetzung von FCKW das Ozonloch vergrößert – aber es ist eben auch gesetzlich vorgeschrieben und daher das absolute Minimum, das von Unternehmen verlangt wird. 

3.Gute Taten rechtfertigen Umweltsünden 

Gerne kehren Unternehmen, die Greenwashing machen, umweltschädliche Auswirkungen ihrer Produkte unter den Teppich und heben stattdessen klimaschonende Eigenschaften ihrer Produkte hervor, oder machen Werbung mit umweltfreundlichen Projekten, die sie umgesetzt haben. Das ist z. B. der Fall, wenn Firmen damit werben, dass sie Projekte für den Schutz des Regenwaldes unterstützen, aber gleichzeitig sehr viel Palmöl in ihren Produkten verwenden. Das gleiche gilt für Unternehmen, die „den Strand säubern“ oder Plastik aus dem Meer fischen, gleichzeitig aber im großen Stil zur Verschmutzung der Meere beitragen. 

4.Unklare Begriffe 

Schlagworte wie „nachhaltig“, „schonend“ oder „grün“ sind mittlerweile schon so im allgemeinen Sprachgebrauch angekommen, dass sie fast nichts mehr aussagen. Wer kann schon definieren, was genau „Nachhaltigkeit“ bedeutet? Kein Wunder, dass Unternehmen also oft damit durchkommen, wenn sie z. B. Weichspüler als „naturbelassen“ bezeichnen, obwohl sie ökologisch oder gesundheitlich bedenklich sein können. 

5.Das kleinere Übel 

Es ist doch immer schön, wenn es andere gibt, die es (noch) schlechter machen als man selbst! Das denken vermutlich auch Unternehmen, die die Strategie des „kleineren Übels“ anwenden: Auch wenn man selbst nicht zum Klimaschutz beiträgt – es gibt garantiert Mitbewerber, die noch weniger auf die Umwelt achten. Für Schlagzeilen hat z. B. eine Billigfluglinie gesorgt, als sie damit geworben hat „Europas Airline mit dem kleinsten CO2-Fußabdruck“ zu sein. Das mag zwar stimmen, aber trotzdem ist auch bei Billigfluglinie der CO2-Fußabdruck noch immer riesig.

6.Falsche Botschaften 

Manchmal werden auch einfach Aussagen gemacht, die sich bei näherer Betrachtung als völlig falsch herausstellen. Z. B. wenn sich Fluggesellschaften als CO2-neutral darstellen. Denn nur weil man den Flug kompensieren kann, heißt das noch nicht, dass das verursachte CO2 wieder aus der Atmosphäre verschwindet. Falsche Botschaften können aber nicht nur über Worte, sondern z. B. auch durch Verpackungen gesendet werden. Ein Beispiel dafür ein Bio-Kaffee, der vermeintlich in einer Papierverpackung verkauft wird. Wenn man allerdings ein bisschen recherchiert, stellt sich heraus, dass es sich in Wirklichkeit um Kunststoff handelt, der sich täuschend echt wie Papier anfühlt. Tatsächlich muss dieser Kunststoff jedoch im Restmüll entsorgt (und später verbrannt) werden, weil es in Österreich keine passenden Recyclinganlagen dafür gibt. 

Greenwashing erkennen ist das eine, doch was kann jeder einzelne dagegen tun?

Was können wir tun? 

Hinterfragen 

Zu Beginn reicht es schon, wenn ihr kritisch bleibt und euch Fragen stellt. Hat sich ein Unternehmen bisher nie um Umweltschutzmaßnahmen gekümmert und stellt sich plötzlich als „grün“ dar? Tragen Firmen wirklich durch Projekte zum Umweltschutz bei oder ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, verglichen mit dem Schaden, den sie der Umwelt an anderen Stellen zufügen? Wie transparent sind Unternehmen in Bezug auf Umweltschutz? Seid skeptisch und seht euch die Angaben auf der Website immer ganz genau an. Fragt direkt bei den Unternehmen an, wenn auf der Website zu wenig Informationen vorhanden sind.  

Recherchieren 

Natürlich reicht es aber nicht, sich nur auf die Angaben der Unternehmen selbst zu verlassen. Wichtig ist auch, sich auf anderen Seiten über Hintergründe zu informieren. Sind die angegebenen Labels vertrauenswürdig bzw. sinnvoll? Seriöse Labels legen ihre Kriterien offen und werden von unabhängigen Organisationen geprüft. Zu diesen Labels zählen z. B. das Österreichische und das Europäische Umweltzeichen (EU-Ecolabel). Das Ecolabel hat auf der Website z. B. Checklisten veröffentlicht, die Unternehmen erfüllen müssen, um das Label tragen zu dürfen. Auch das Österreichische Umweltzeichen hat auf der Website eine eigene Sektion für Richtlinien für die Zertifizierung. Neben Labels könnt ihr euch auch Test- und Check-Seiten ansehen. Was sagen diese über ein Unternehmen? Der Verein für Konsumenten-Information führt z. B. regelmäßig Greenwashing-Checks durch. 

Kritisieren 

Wenn ihr das Gefühl habt (oder sicher seid), dass ein Unternehmen Greenwashing betreibt, dann konfrontiert das Unternehmen am besten damit. Ein Eintrag auf Social Media ist oft sehr effizient, da es Unternehmen dazu zwingt, Stellung zu nehmen. Im besten Fall kann sich das Unternehmen rechtfertigen und beweisen, dass es kein Greenwashing macht. Im schlimmsten Fall stellt sich heraus, dass ihr recht hattet – was den Druck auf die Firma erhöht, ihre grünen Versprechen ernst zu nehmen.   

Boykottieren 

Wenn Unternehmen trotz Kritik nichts an ihren Praktiken ändern, könntet ihr euch überlegen, diese zu boykottieren. Steigt z. B. auf grüne Alternativen um, wenn diese für euch leistbar sind. Oder überlegt euch, für einen festgelegten Zeitraum „Konsumfasten“ zu machen. Überzeugt eure Freunde mitzumachen oder startet eine Aktion auf Social Media – so könnt ihr euch gemeinsam motivieren und macht gleich noch mehr Unterschied.   

 

Gegen Greenwashing im Tourismus 

Bei Greenwashing denken wir zuerst meistens an Modeketten oder Fast Food Lokale. Aber auch im Tourismus ist das Thema Greenwashing präsent. 

Das Österreichische Umweltzeichen geht bewusst gegen Greenwashing vor und achtet im gesamten Lebenszyklus eines Produktes oder einer Dienstleistung auf Umweltfreundlichkeit, das heißt bei Gebrauch, Herstellung und Entsorgung. Übrigens muss die Zertifizierung mit dem Österreichischen Umweltzeichen im Tourismus nach vier Jahren wieder verlängert werden. So stellen wir sicher, dass sich der Antragsteller/die Antragstellerin auch weiterhin mit dem Thema Umweltschutz beschäftigt und die Befolgung der Richtlinien weiterhin eingehalten wird.

Im Folgenden möchten wir euch Hotels vorstellen, die das Umweltzeichen tragen und mit bestem Beispiel vorangehen. 

© Tina Herzl

Der Lavendelgarten am Dach des Boutiquehotel Stadthalle ist der Hot-Spot für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. | © Tina Herzl

Boutiquehotel Stadthalle 

„Im Herzen grün“ ist das Motto des Boutiquehotel Stadthalle – und das zeigt sich auch im Alltag. So hat das Hotel z. B. eine Null-Energie-Bilanz, es wird also genauso viel Energie hergestellt, wie verbraucht. Das funktioniert durch die Grundwasserwärmepumpe, Photovoltaik und Solaranlage des Hotels. Der Betrieb ist mittlerweile sogar auf dem besten Weg, die 17 Social Development Goals der UNO zu erfüllen. Gäste bekommen außerdem einen Grünen Bonus für umweltschonende Anreise – mit dem Zug, E-Auto oder gar Fahrrad anzureisen, zahlt sich also aus! Am Lavendeldach des Hotels tummeln sich übrigens ganz besondere Gäste: Schmetterlinge und Bienen, die vom wunderbaren Duft angezogen werden. 

Naturidyll Hotel Steinschalerhof  

Der Steinschalerhof ist vor allem bekannt für seine Gärten, in denen Gemüse, Kräuter und Obst angebaut werden. Daraus zaubert die Steinschaler Küche dann köstliche Gerichte, von denen viele auch vegetarisch oder vegan sind. Nicht umsonst hat der Steinschalerhof die Grüne Haube für gesundes Essen verliehen bekommen. Doch ein ganz besonderes Highlight ist die Biodiversität in den Steinschaler Gärten, neben der Nutzflächen für den eigenen Anbau erstreckt sich ein riesiges Naturareal für die verschiedensten Insektenarten. Hohe Gräser, drei Teiche mit Totholz und anderen Nist-Möglichkeiten, Wildblumen und Wildkräuter in allen Varianten gelten als Paradies für Bienen, Hummeln und Co. Das Engagement des Steinschalerhofs sieht man auch an seinen zahlreichen anderen Auszeichnungen: Er hat neben dem Österreichischen Umweltzeichen auch die EMAS-Zertifizierung (für gute Umweltmanagementsysteme) und das Umweltzeichen für Green Meetings erhalten. Ein attraktives Reiseziel also sowohl für Privatgäste als auch für Geschäftsreisen.  

Johanna Weiss, Juniorchefin im Steinschaler Hof, bei der Ernte am Kräuterhügel in den Steinschaler Naturgärten

Garten-Hotel Ochensberger 

Umweltschutz beginnt im steirischen Garten-Hotel Ochensberger beim Kauf regionaler Produkte und erstreckt sich über Reduzierung des Wasser- und Energieverbrauchs bis hin zu umweltfreundlichen Reinigungsmitteln. Alle Maßnahmen aufzuzählen, die der 4-Sterne-Betrieb umgesetzt hat, würde hier zu lange dauern. Denn das Garten-Hotel erfüllt die Kriterien des Umweltzeichens mit einer der höchsten Quoten aller Hotels in Österreich. Auch auf Naturplätze wird hier großer Wert gelegt: Entspannen im Kraftgarten, über die naturbelassene Streuobstwiese flanieren oder den Naturschwimmteich bewundern – Wohlfühlen ist hier praktisch vorprogrammiert!  

Abschalten und Genießen im Gartenhotel Ochensberger

Naturidyll Hotel Hammerschmiede

Das ehemalige Familienhaus der Schmiedefamilie ist heute ein 4* Hotel und bietet Gästen einen ganz besonderen Naturplatz zum Erholen. Das Naturidyll Hotel Hammerschmiede ist auf einer Waldlichtung kurz vor der Salzburger Stadtgrenze zuhause. Bereits seit 1999 ist das Haus Träger des Österreichischen Umweltzeichens und der Einsatz zum Umweltschutz geht noch Jahre darüber hinaus. 

Genieße ein biologisches Frühstücksbuffet aus der unmittelbaren Region im Naturidyll Hotel Hammerschmiede

RETTER Bio-Natur-Resort

Nachhaltig Ökologisch ist die Philosophie vom RETTER Bio-Natur-Resort in der Steiermark. Umweltschutz begann hier schon beim Bau des Resorts, denn die Lage und die gegeben Materialien der Natur wurden perfekt dafür genutzt, so wenig wie möglich Energie zu verbrauchen. Zusätzlich erfreuen sich alle Gäste seit bereits 30 Jahren an den Genuss von Bio-Zertifizierten Lebensmittel, die direkt aus der Region kommen. All die Einsätze und Bemühungen werden anhand des "Öko-Retterchen", das Maskottchen der Familie Retter, für die Besucher:innen sichtbar gemacht. Das kleine sternförmige-sonnige Zeichen ist immer dort zu finden, wo Ökologie, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein eine Rolle spielt.

Zero Waste Küche, Bio-Lebensmittel und Energieeffizienz spielen im RETTER Bio-Natur-Resort eine große Rolle

 

 

 

 

 

 

 

Quellen:

https://vki.at/greenwashing-check-haelt-das-gruene-versprechen/5610 

https://nachhaltige-deals.de/nachhaltiger-leben/greenwashing-beispiele/#Green_Cruising 

https://www.umweltzeichen.at/de/home/start/praktische-tipps-gegen-greenwashing  

https://eu-ecolabel.de/  

https://www.umweltzeichen.at/de/f%C3%BCr-interessierte/richtlinien/  

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